Das EPVM1345 Modul - verbessert die Volume-Reaktion des Moog Etherwave Pro Theremin
einleitung
Obwohl das Moog Etherwave Pro® unter Thereminspielern als eines der besten, aktuell verfügbaren Instrumente bezeichnet wird, beklagen viele Spieler das nicht optimale Verhalten des Volume-Schaltkreises, welches oft als "sprunghaft" beschrieben wird. Das bedeutet, dass auch vorsichtigste Bewegungen der linken Hand über der Volume-Schleife es nicht erlauben, ein kontinuierliches Crescendo/Decrescendo von/nach Null Lautstärke zu spielen, sondern dass ein plötzlicher Sprung von absoluter Stille bis zu einem Ausgangspegel von ca. -40dB stattfindet. Daraus ergibt sich als Konsequenz nicht nur ein reduzierter Dynamikbereich, sondern auch die Unmöglichkeit eines differenzierten musikalischen Ausdrucks bei sehr geringen Lautstärken.
Der jeweilige Spieler empfindet das Problem unterschiedlich stark, abhängig von der Einstellung der Volume Tuning und Volume Respone-Regler, seiner Spieltechnik und dem Musikstil. Technisch gesehen ist der Fehler immer vorhanden. Deshalb hatte Dr. Robert Moog seinerzeit schon vorgeschlagen, den VCA-Präprozessor zu modifizieren, in dem ein Widerstand (R67 = 3.3kΩ) durch ein Netzwerk aus 3 Widerständen und 2 Dioden, frei untereinander und auf der Volume-Platine verlötet, zu ersetzen. Spätere Produktionsreihen des Moog Etherwave Pro® wurden bereits auf diese Weise modifiziert ausgeliefert. Allerdings sieht es so aus, als ob das Platinen-Layout in diesem Bereich niemals angepasst worden wäre. Diese Modifikation von Dr. Moog senkt den kleinsten Lautstärkepegel um ca. 17db ab, während der Maximalpegel um nur 3db sinkt, so dass der Dynamikbereich um 14dB erweitert wird.
Diese Anpassung wird allgemein schon als deutliche Verbesserung gegenüber dem Originalzustand gesehen. Allerdings nicht ohne Einschränkungen laut einiger Etherwave Pro® Besitzer:
- Nachdem die Modifikation eingelötet wurde, ist man auf das "neue" Verhalten fixiert. Zukünftige Veränderungen bedingen ein erneutes Öffnen des Instruments und weitere Lötarbeiten.
- Die sogenannte "Sprunghaftigkeit" verschwindet nicht vollständig, sondern ist noch wahrnehmbar und gelegentlich störend.
- Die originale Schaltung, sprunghaft, mit einem begrenzten Dynamikbereich von ~40dB
- Die von Dr. R. Moog entwickelte veränderte Schaltung, weniger sprunghaft, mit einem DYamikbereich von ~54dB
- Eine vom Autor dieser Zeilen entwickelte Schaltung, Sprunghaftigkeit nicht mehr wahrnehmbar, erreicht einen Dynamikbereich von ~61dB. Mein subjektiver Eindruck beim Testen eines Prototypen war eine meinem präzise abgeglichenen und optimierten Etherwave Standard® vergleichbare Charakteristik.
- Eine weitere mir entwickelte Schaltung mit noch weicherer Charakteristik, deren Dynamikumfang ~67dB erreicht. Sie erlaubt einen sehr differenzierten musikalischen Ausdruck auch bei extrem geringer Lautstärke, erfordert aber grössere Handbewegungen, um den kompletten Dynamikumfang auszunutzen.
Diese Aussagen veranlassten den Autor dieser Zeilen, das EPVM1345 Modul zu entwickeln. Es wird wie abgebildet mit zwei zusätzlichen Teilen geliefert:

A ist ein Steckverbinder, der an Stelle von R67 oder einer früheren Modifikation auf die Volume-Platine gelötet wird. B ist das EPVM1345 Modul. Es hat zwei Anschlüsse: B1 verbindet es mit der Volume-Platine und hält es gleichzeitig in einem definierten Abstand. B2 erlaubt die Auswahl einer von 4 verschiedenen verfügbaren Reaktionskurven wie nachstehend beschrieben, entweder durch Setzen eines Jumpers C oder durch Anschluss einer optional erhältlichen Drehschaltereinheit (derzeit kein Bild verfügbar) für alle, die schnell die Reaktionskurve wechseln wollen und keine Bedenken haben, so ein Teil in das schöne preisgekrönte Gehäuse des Etherwave Pro® einzubauen.
was es tut
Das EPVM1345 Modul beinhaltet 4 verschiedene Schaltkreise, jeder mit einer anderen Charakteristik:
Die folgenden Abbildungen zeigen nicht die insgesamte Lautstärken-Charakteristik des Etherwave Pro®, sondern nur das Verhalten der einzelnen Schaltungen. Man kann aber ihren Einfluss auf die Gesamtcharakteristik hieraus ableiten:
Die erste Abbildung zeigt die verschiedenen Charakteristiken auf einer linearen Skala. Sie erlaubt, den zunehmend "weicheren" Kurvenbeginn zu erkennen.
Die zweite Abbildung zeigt die verschiedenen Charakteristiken auf einer logarithmischen Skala, entsprechend unserem Hör- und Lautstärkeempfinden. Der Kurvenbeginn zeigt die zunehmend geringere Anfangslautstärke, woraus der erweiterte Dynamikumfang resultiert.

